Zu Tode jauchzend und himmelhoch betrübt...
Und wieder einmal geht ein sehr ereignisreicher und etwas schlauchender Tag zu Ende. Diese Woche finde ich jetzt schon ein klein wenig mühsam und dabei ist erst Dienstag. Denn nicht nur das Wetter schwankt ganz schön hin und her, ja, auch auf meine Gefühle trifft das zu. So bin ich heute morgen zu meiner Japanisch- prüfung gegangen und nichts Böses ahnend nahm ich den Angabezettel entgegen. Leider war dieser aber randvoll und es war kein Platz zum Draufschreiben mehr vorhanden. Ich hatte natürlich angenommen, dass kein Prof gerne wolle, dass man sein eigenes Papier verwendet und so hatte ich gar kein Schreibpapier mitgenommen. Und langjähriger Nichtschummler, der ich bin, hab' ich ganz naiv meine Sitznachbarn um etwas Papier gefragt, und das schon, nachdem die Angabezetteln ausgeteilt worden waren. Und natürlich prompt eine Standpauke kassiert. Na, das hatte ja schon gut angefangen! Naja, der Übersetzungsteil war Standardprozedur, das war ja immerhin auch, was wir in der Übung das ganze Semester lang gemacht hatten, aber der Schriftzeichenteil hatte es in sich! Mein lieber Schwan! Und jetzt weiß ich absolut nicht, was bei der Prüfung rauskommen wird. Zwischen Zwei und Durchrasseln eigentlich alles möglich - hängt ganz von der Gewichtung des Profs ab. Aber was soll's! Jetzt kann ich eh nur das Ergebnis abwarten. Alea iacta est! Über vergossene Milch soll man ja bekanntlich nicht weinen, veni, vidi und je ne regrette rien. Und vielleicht ja dann letzten Endes auch noch vici. Zu hoffen wär's!Jedenfalls habe ich mich nach der Prüfung total beschissen gefühlt. Ich bin ja so schon momentan gefühlsmäßig etwas durch den Wind, aber das setzte dem Trübsal noch die Krone auf. Aber naja. Das war der schlechtere Teil des heutigen Tages. Und nun der bessere. Auf 15 Uhr fuhr ich nämlich in mein neues Grätzl zu meiner Wohnung, um mir die Schlüssel abzuholen. Alles hat schön geklappt und jetzt bin ich endlich tatsächlich Wohnungseigentümer. Grundbücherliche Durchführung muss zwar noch abgewartet werden, aber immerhin, in mein Eigentum ist die Wohnung bereits übergegangen. Nach der Wohnungsübergabe musste ich zwar in großer Eile zurück auf die Uni aber nach der Lehrveranstaltung kehrte ich am Abend wieder - bewaffnet mit einem Glas und einer Flasche Lambrusco. In meiner neuen Wohnung ließ ich mich dann auf dem Fensterbrett nieder, betrachtete mein neues Reich und genoss zwei Glaserln des herrlichen Roten und die Tatsache, dass bezüglich Wohnungserwerb das Allermeiste nun ausgestanden sei. Es war schon ein wunderschönes Gefühl!
Und so hatte ich von zu Tode betrübt bis zu himmelhoch jauchzend alles am heutigen Tage. Langweilig wird es mir sicher nicht, aber ich sag' euch, Leute, wenn häufiger Wetterwechsel zu Erschöpfung führt, dann tut es häufiger Wechsel der Gefühlslage erst recht!

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