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Saturday, June 02, 2007

Das Glück dieser Erde...

...liegt auf dem Rücken der Pferde, so sagt man. Doch es könnte ebenso gut heißen: "Was heilt alle Wunden? Die Gegenwart von Hunden." Zumindest wäre das für mich zutreffend. Da ich gestern nacht noch bis drei Uhr aufgeblieben war, um zu lernen, und ich wusste, dass ich auch heute Abend noch Zeit dazu finden würde, beschloss ich, heute mit Betty auf die Klubschau der österreichischen Pinscher nach Tulln zu fahren. Betty hatte ihren Patenhund Bongo aus dem Tierheim mitgenommen, der auch für mich ein besonderer Liebling ist, da ich damals fast selber eine Patenschaft für ihn übernommen hätte. Wir trafen uns also in Hütteldorf und mit Bettys Auto fuhren wir raus in jene ländliche Gegend um Tulln und kurz vor zehn trafen wir auf dem Gelände ein, wo der Rassebewerb abgehalten werden würde. Ich wusste leider zu wenig über die Rasse Österreichischer Pinscher, um viel von den Rassekriterien des Bewerbes zu verstehen aber da ich vor kurzem ein Buch über Beschwichtigungssignale von Hunden gelesen habe, war es für mich sehr interessant, die Interaktion von normal sozialisierten Hunden zu beobachten - und ich stellte dabei fest, dass ich wirklich viele der in jenem Buch beschrieben Signale antraf. Am Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Gerersdorf, Bettys Heimat, wo wir mit Agi - Bettys Freundin und Nachbarin -, ihren drei Hunden und Bongo spazieren gingen. Es tat gut, die Schwüle eines schönen Frühsommernachmittages auf der Haut zu spüren und gierig sog ich den Duft der auf den Feldern stehenden Gerste ein. Diese Gegend war gar nicht so verschieden von jener, in welcher ich aufgewachsen war. Bongo, der laut seiner Kartei angeblich überhaupt nicht hundeverträglich sei, taute in dieser freundlichen caniden Gesellschaft schnell auf und in Minutenschnelle integrierte er sich in das Rudel. Keine Spur von Unverträglichkeit! Und obendrein interessierte er sich für Vevi, die junge Pinscherhündin - so sehr, dass auch sein hohes Alter seiner Begier keinen Abbruch tun konnte. Wie witzig es war, wie er ihr ständig hinterherjagte! Bongo war dabei so ungestüm, dass er sich seine linke Vorderpfote verletzte, also machten wir, dass wir schnell zurück zum Haus von Bettys Eltern kamen, um den alten Casanova zu verarzten. Dieser war jedoch gar nicht glücklich darüber, nicht nur von seiner Vevi getrennt, sondern auch noch von drei neugierigen und mit Verbandszeug herumfuchtelnden Menschen belästigt zu werden. Letztlich schafften wir es aber doch noch, ihn halbwegs fachmännisch zu verbinden und Betty und ich brachten ihn dann ins Tierheim zurück. Alles in allem war es für uns und für die Hunde ein wirklich schöner Tag. Es geht schon fast so weit, dass mich diese kontinuierlich-konsequente Abfolge schöner Tage dazu bewegt, zu befüchrchten, dass mir doch bald Schlechtes widerfahren müsse, da ja nie für immer alles gut ist. Fragt sich nur, was schiefgehen würde. Aber solch Denken müsste man ja als Pessimismus klassifizieren und sowas kommt mir gar nicht erst in die Tüte. Es geht voran!


Hallo, ich bin der Bongo - und mit Betty und Bernhard war ich heute auf einer Hundeschau in Tulln!


Darauf muss man doch gleich mal einen Freudenjauchzer anstimmen!


Aber ich kann mich auch ganz ruhig hinlegen, gar kein Problem.


In meiner Kartei wird übrigens behauptet, ich sei hundeunverträglich...


Böse Zungen, denn diese Behauptung ist ausgemachter Bockmist!


Selbst in den brenzligsten Situationen kann ich cool bleiben!


Ganz besonders natürlich, wenn es um meine Vevi geht...


Ach, wenn sie doch nur schon läufig wär...


Aber Terrier, der ich bin, bleibe ich hartnäckig!


Und doch spielt sie lieber mit Wasser. Mist!


Naja, gehen wir halt heim. Schön war's trotzdem!

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